Enorme Investitionen sind nötig, damit die Energie-Einspeisung aus erneuerbaren Quellen reibungslos gelingt. Energiemanager fordern deshalb Rahmenbedingungen für den Aufbau eines intelligenten Stromnetzes.
Der Symbolwert des lachsroten Gebäudes ist beträchtlich: Ende des Jahres eröffnet in der Nähe von Glasgow Europas erstes Forschungs- und Demonstrationszentrum für intelligente Stromnetze. Es steht für die Einigkeit Schottlands bei der Energiewende. Die Universität Strathclyde, die Regierung und schottische Energieversorger stemmen die Kosten von 15 Millionen Euro gemeinsam. “Neue Standards in der Elektrizitätsversorgung setzen” – so lautet das Ziel des Zentrums laut Jim McDonald, Präsident der Universität Strathclyde.
Doch für die Erneuerung der europäischen Stromnetze ist das Projekt nur ein kleiner Schritt: Enorme Investitionen sind nötig, damit die Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Quellen reibungslos gelingt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger beziffert den Finanzbedarf auf 200 Milliarden Euro. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hält in Deutschland bis 2020 Ausgaben von 13 Milliarden Euro für nötig. Fast 200.000 Kilometer Leitungen müssten neu verlegt werden.
Hindernisse für das Smart Grid
Um die dringend nötige Modernisierung voranzutreiben, muss die Regierung handeln. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Management Engineers unter 150 Topführungskräften der deutschen Energiewirtschaft stimmen die Voraussetzungen derzeit nicht: 95 Prozent werten unklare Rahmenbedingungen als erhebliches Hindernis auf dem Weg zu einer intelligenten Energieversorgung.
Die für das Jahr 2020 angepeilten Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien können laut Erhebung nur erreicht werden, wenn Politik und Regulierungsbehörden für mehr Investitionssicherheit sorgen – vor allem beim Aufbau des intelligenten Stromnetzes, Smart Grid genannt. “Es fehlt an der notwendigen Planungssicherheit, um die intelligenten Netze unter Hochspannung zu setzen”, sagt Andreas Olbrich, Energiemarktexperte bei Management Engineers. Laut Umfrage wird es bei der Einführung von intelligenten Zählern, den sogenannten Smart Metern, zu Verzögerungen kommen. Die Ablesegeräte sollen Verbrauchern helfen, Strom zu sparen. Die Energiemanager gehen davon aus, dass nicht einmal jeder zweite Haushalt in Deutschland bis 2020 mit einem Smart Meter ausgerüstet sein wird.
Nach Vorgabe der EU sollen dann aber 80 Prozent der Haushalte über ein solches Gerät verfügen. Einer der Gründe für die schleppende Entwicklung: In Deutschland ist nicht geklärt, welche gesetzlichen Auflagen die Smart Meter erfüllen müssen. Parallel ist Aufklärungsarbeit nötig. Kaum ein Verbraucher weiß, was ein Smart Meter ist. Gerade einmal 14 Prozent der Verbraucher sage der Begriff etwas – so das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom.
Doch die Industrie macht sich das Leben auch selbst schwer: Es gibt eine Vielzahl konkurrierender Anbieter von Smart Metern – die Folge sind unterschiedliche Mess- und Kommunikationsstandards. Derzeit ist unklar, welche sich durchsetzen werden. Um für Planungssicherheit zu sorgen, fordert Experte Olbrich “einen verlässlichen Schulterschluss von Unternehmen, Politik und Regulierungsbehörden”.
Netz soll Stromnachfrage steuern (unter handelsblatt.com am 25.02.2011 veröffentlicht)
Wind-, Wasser- und Solarstrom sind sauber, aber unstet – eine Herausforderung für die Energiebranche. Intelligente Stromnetze sollen Angebot und Nachfrage in Einklang bringen. Auf der Cebit diskutieren Experten über diesen Kombination aus Öko und IT.

Zwei intelligente Stromzähler von T-Systems. Energie dann zu verbrauchen, wenn sie besonders reichlich vorhanden ist, gilt als eine der Schlüsseltechnologien für ökologischere Energieproduktion. Quelle: dpa
Die Waschmaschine der Zukunft springt nachts an. Oder wenn der Wind stärker pustet. Denn wenn die Nachfrage klein oder das Angebot groß ist, soll Strom künftig besonders günstig sein. Die Arbeit im Haushalt übernehmen dann intelligente Stromzähler, “Smart Meter”. Bis diese Vision Wirklichkeit wird, haben IT- und Energiewirtschaft jedoch noch viel zu tun. Beim “Smart Grid Summit” auf der Cebit (1. bis 5. März) wollen sich beide Branchen austauschen.
“Smart Meter” sind die Verbindungspunkt der intelligenten Netze zum Verbraucher. “Smart Grids” sollen einmal den Stromverbrauch steuern. Das wird durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommix nötig. Diese lassen die Einspeisung schwanken. “Es ist viel Strom im Netz, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, aber nicht unbedingt dann, wenn Strom von Verbrauchern nachgefragt wird”, erklärt Frauke Rogalla von der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. “Die Planbarkeit der Stromherstellung wird stark eingeschränkt”, sagt sie.
Energieangebot und -nachfrage müssen also ausgeglichen werden. “Es gilt, die Möglichkeiten von “Smart Grids” realistisch mit den Möglichkeiten der effizienten Speicherung und des weiträumigen Transports regenerativer Energien in Einklang zu bringen”, sagt Ulrich Hueck, Gründungsstifter des Solarenergie-Projekts Desertec Foundation in Hamburg, die im großen Stil Solarenergie in der Wüste erzeugen und nach Europa transportieren will.
Damit Stromnetze intelligent arbeiten können, muss ein großer Datenaustausch stattfinden. Da ist die IT-Branche gefordert. Denn die Kommunikation soll einmal über das Internet-Protokoll laufen, das bereits den Datenverkehr im globalen Netz regelt. Deshalb spricht man auch vom “Internet der Energie”. Die IT-Industrie erhofft sich ein Milliardengeschäft. Sie rechnet bis zum Jahr 2014 mit rund 100 Milliarden Euro Umsatz weltweit aus “Smart Grid”-Technologien.
Auch Verbraucher sollen profitieren. “Studien im Ausland haben gezeigt, dass man mit “Smart Metern” zehn bis 15 Prozent Strom sparen kann”, sagt Aribert Peters, Vorsitzender vom Bund der Energieverbraucher. Derzeit könnten Besitzer eines digitalen Zählers lediglich ihren Verbrauch analysieren und Gebrauchsgewohnheiten erkennen, erklärt Peters.
Diese Lastprofile werden aber einmal die Verbindung zum intelligenten Stromnetz sein. Denn mit ihnen könnten zeit- und lastvariable Tarife eingeführt werden, sagt Peters. Das bedeutet: Wird das Netz wenig genutzt – wie nachts – und ist Energie im Überfluss da – wie bei einem Sturm -, ist der Strompreis niedrig. In Zeiten von Flaute und hoher Netzauslastung – wie am frühen Abend – zahlt man mehr.
Bisher verfügen noch wenige Haushalte in Deutschland über “Smart Meter”. Seit dem Jahr 2010 ist der Einbau der Geräte in Neubauten und sanierten Häusern aber Pflicht. “Das Verständnis für einen sparsamen und überlegten Umgang mit Energie wird weiter zunehmen”, ist sich Ulrich Hueck sicher, der beim “Smart Grid Summit” einen Blick in die Zukunft werfen wird.
Energieeffizienter zu leben – das wird in Deutschland schon ausprobiert. 1000 Testkunden nehmen in Baden-Württemberg am Modellprojekt “MeRegio” (Minimum Emission Region) teil. Die Haushalte wurden mit “Smart Metern” ausgestattet und versuchen nun, ihre Stromnachfrage mit der verfügbaren Energie vor Ort zu koppeln. Neben dem Vorhaben des EnBW-Konzerns treibt die Deutsche Telekom das Smart-Metering mit der “T-City” in Friedrichshafen voran. Und im Raum Aachen haben sich mehrere Stadtwerke für das Projekt “Smart Watts” (“Intelligente Kilowattstunde”) verbündet.
Die Sicherung der Privatsphäre gilt als Schlüsselaspekt für die Akzeptanz intelligenter Stromzähler und neuer Energieversorgungsnetze. Der Datenschutz bildet “die Achillesferse” für die Pläne der Stromwirtschaft und der Politik zum Aufbau eines “Internet der Energie”, weiß Michael Laskowski, Projektleiter beim Konzern RWE. Eine Expertengruppe des Förderprojekts E-Energy der Bundesregierung hat nun umfassende Vorschläge zum Datenschutz im “Smart Grid” vorgelegt. Datensparsamkeit und -sicherheit sollten demnach Leitmotive beim Aufbau neuer intelligenter Stromnetze sein. Im Sinne des Entwicklungsansatzes “Privacy by Design” müssten frühzeitig technische, flexible und offene Schutzmechanismen in der Systemarchitektur von Smart Grids verankert werden…
Deutschland hinkt bei Stromprojekten hinterher (unter handelsblatt.de am 20.01.2011 veröffentlicht)
Der Chef der Telekom-Sparte T-Systems baut das Geschäft mit intelligenten Stromnetzen aus und fordert Unterstützung von der Politik. Reinhard Clemens über die deutsche Energiewirtschaft und seine Pläne in der Branche.
Handelsblatt: Herr Clemens, die Energiewelt soll mit der Telekommunikation zusammenwachsen. In jedem Haus sollen Stromzähler hängen, die an das Internet angeschlossen sind. Was hat der Verbraucher von dieser sogenannten Smart-Grid-Technologie?
Reinhard Clemens: Er kann seinen Stromverbrauch besser kontrollieren und steuern. Die Stadtwerke werden mit den Daten ihr Netz effizienter managen und Endkunden dafür mit günstigeren Tarifen belohnen. Man kann Haushaltsgeräte an den Zähler anschließen. Damit können Kunden ihre Heizung von unterwegs anstellen oder die Alarmanlage aktivieren.
Handelsblatt: Will man das überhaupt?
Clemens: Der finanzielle Nutzen ist sicher nicht allzu groß. Es geht aber nicht nur darum, ob sich die neue Technik für Endkunden rechnet. Wir brauchen die elektronischen Zähler als Basis für intelligente Stromnetze. Sobald mehrere Millionen Photovoltaik-Anlagen unregelmäßig Strom einspeisen, bringt dies die Netze in Schwierigkeiten. Im schlimmsten Fall schalten sie ab. Ohne Smart Grid riskieren wir Stromausfälle. Das kann sich kein Industriestandort leisten.
Handelsblatt: Aber was hat der Verbraucher davon?
Clemens: Die Kunden wollen weniger Energie verbrauchen. Die Hersteller von Haushaltsgeräten haben sich darauf eingestellt: Miele etwa hat Waschmaschinen und Trockner im Programm, die sich erst einschalten, wenn der Strompreis unter eine bestimmte Marke gesunken ist. Solche Systeme funktionieren aber nur mit intelligenten Zählern.
Handelsblatt: Schont es die Umwelt wirklich, wenn die Waschmaschine nachts läuft?
Clemens: Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel: Bisher hat die Energiewirtschaft so viel Strom erzeugt, wie verbraucht wird. Sonne und Wind lassen sich aber nicht steuern. Wir werden künftig möglichst dann Energie konsumieren, wenn sie zur Verfügung steht. Die Frage ist hier nicht Tag- oder Nachtstrom, sondern ein Tarif, der sich an der aktuell verfügbaren Strommenge orientiert. Die Umwelt hat viel davon. Sobald erneuerbare Energien in die Grundlast integriert sind und einige Braunkohle-Kraftwerke abgeschaltet werden können, sinkt der CO2-Ausstoß.
Handelsblatt: Wann wird dies Realität?
Clemens: Die EU hat einen Rahmen vorgegeben. 2012 muss Deutschland darlegen, wie die Technik aufgebaut werden kann. 2020 sollen schon 80 Prozent der Haushalte einen elektronischen Zähler haben.
Handelsblatt: Bislang gibt es nur Pilotprojekte. Warum geht es nicht los?
Clemens: Deutschland hinkt da im Vergleich mit anderen Ländern in der Tat hinterher. Noch spüren die Versorger keinen Druck, die intelligenten Netze aufzubauen. Sie können ihre Kosten ja auf die Strompreise umlegen. Dabei bieten Smart Grids gerade für Stadtwerke eine Chance. Stadtwerke kaufen ihren Strom bei den Kraftwerken ein. Der Preis richtet sich nach der Prognose, zu welcher Uhrzeit ihre Kunden wie viel Strom benötigen. Weicht der tatsächliche Verbrauch davon ab, müssen die Stadtwerke die zusätzlich benötigte Energie teuer zukaufen. Mit einer genauen Verbrauchsstatistik können sie viel bessere Prognosen erstellen. Wenn es ihnen darüber hinaus gelingt, ihre Verbraucher dazu zu bringen, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen, können sie ihren Stromeinkauf optimieren. Und sie können eigene kleine Kraftwerke leichter in ihr Netz integrieren.
…
Siemens setzt auf intelligente Stromnetze (unter handelsblatt.de am 19.01.2011veröffentlicht)
Netzbetreiber Energie AG und Hersteller Siemens sehen in den sogenannten Smart Grids eine “energietechnische und-politische Revolution”. Die intelligenten Stromzähler-Systeme sollen bald sowohl den Kunden als auch den Versorgen Vorteile bringen.
GMUNDEN. Manchmal hat die Zukunft schon begonnen – und man merkt noch nicht viel davon. In der oberösterreichischen Gemeinde St. Konrad steht Pfarrer Leopold Fürst mit leicht zerzausten Haaren im Flur des schlichten Pfarrhauses und zeigt seinen neuen Stromzähler. Der ist “smart”, so drücken es die Experten vom Netzbetreiber Energie AG aus.
In einem Pilotprojekt hat die Firma 20 000 digitaler Zähler von Siemens installiert, 400 000 sollen es bald sein. 150 Millionen Euro lässt sich die Energie AG das kosten, etwa die Hälfte davon dürfte an Hersteller Siemens gehen. Was sich für den Pfarrer Fürst geändert hat? Der lacht und sagt ironisch in bestem österreichischem Schmäh: “Das Feeling, das Lebensgefühl hat sich geändert.”
Das ist ein wenig das Problem von Smart Grid, den intelligenten Stromnetzen: Es gibt Zukunftsvisionen, doch für die Verbraucher ist noch nicht so viel sichtbar. Das soll sich rasch ändern. Die flächendeckende Einführung der intelligenten Stromzähler-Systeme sei “die energietechnische und-politische Revolution seit der Elektrifizierung vor einem Jahrhundert”, gibt sich Werner Steinecker, Vorstand der Energie AG, überzeugt.
Schon im Sommer soll es in Oberösterreich spezielle Stromtarife geben, bei denen der Strom je nach Tageszeit günstiger oder teurer ist. Über Lastschaltgeräte können die Versorger bei variablen Tarifen zudem in Spitzenzeiten einzelne Stromverbraucher – wie zum Beispiel Kühlräume – für kurze Zeit abknapsen. Dem Kunden bringt das eine niedrigere Rechnung, den Versorgern Entlastung in Spitzenzeiten.
Der Umbau also läuft, Siemens ist längst weltweit dick im Geschäft. Der Smart-Grid-Umsatz sei im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen, verkündet Siemens-Manager Richard Hausmann. “Der Markt entwickelt sich sehr dynamisch.” Die Münchener sehen sich als Weltmarktführer mit der breitesten Produktpalette in bester Ausgangssituation für das neue Stromzeitalter. Gestern gab es für Siemens einen weiteren Großauftrag für ein Zählerdatenmanagement-System von der Salzburg AG.
Mit Smart Grid sollen vor allem die Netze besser ausgenützt werden, das ist wichtig im Zeitalter der schwankenden regenerativen Energien. Für Privatverbraucher wird die Stromrechnung transparenter, der Verbrauch wird bald zeitnah vom Handy ablesbar sein. Zudem sind maßgeschneiderte Tarife möglich. Doch die Stromrechnung macht für viele Haushalte, verglichen mit den Kosten zum Beispiel für die Gasheizung, nicht den ganz großen Posten aus. “Ich habe nicht so einen ganz hohen Stromverbrauch”, sagt Pfarrer Fürst, “ich führe ja einen Singlehaushalt.”
Gute Geschäfte mit sparsamen Kunden (unter handelsblatt.de am 24.10.2010 veröffentlicht)
Je mehr Strom und Gas verbraucht werden, desto höher sind die Gewinne der Versorger. Der Trend zum Energiesparen ist für sie deshalb auf den ersten Blick eine Bedrohung. Sie können aber aus der Not eine Tugend machen – und neue Umsatzquellen erschließen.
Das Energiesparpaket gibt es per Mausklick und im Sonderangebot. Knapp 50 Euro kostet es noch – statt zuvor knapp 80 Euro. Der Karton enthält ein Messgerät, das den Verbrauch einzelner Elektrogeräte ermittelt, drei per Fernbedienung steuerbare Funksteckdosen, eine Energiesparlampe, ein weiteres Gerät, das TV & Co. im Standby-Betrieb ausschaltet, sowie ein Raumthermometer, um die Heizung zu überwachen. Auf dem Karton prangt das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern: RWE.
Ein Versorger will zum Energiesparen animieren? Verdient der denn nicht an jeder Kilowattstunde Strom und jedem Kubikmeter Gas, den der Kunde verbraucht? …
Ökostrom forciert Netzausbau (unter Nordkurier.de am 09.12.2010 veröffentlicht)
Energie. Der Regionalversorger E.ON edis stellt sich auf die rasant wachsende Erzeugung von Öko-Strom ein. Der Ministerpräsident besucht den Standort Demmin.
Von Jörg Spreemann
Demmin. Harald Bock interessiert sich schon von Berufswegen für das Wetter zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Allerdings kommt es dem Chef der Hochspannungsnetze des Regionalversorgers E.ON edis nicht so sehr auf den Schnee an. Bock muss vor allem wissen, wie stark der Wind zu den Feiertagen wehen wird.
“Meist erleben wir in diesem Zeitraum einen Wetterwechsel – samt steifer Brise”, weiß er aus Erfahrung. Eine solche Witterung hat Folgen für das Stromnetz: “Weil zum Fest durch die Ruhezeit in der Wirtschaft weniger Elektrizität benötigt wird als bei Sturm erzeugt wird, müssen Windkrafträder die Leistung reduzieren. “Das geschieht je nach Belastung des Netzes in bis zu vier Stufen”, erläutert Bock.
Das 110-Kilovolt-Netz von E.ON edis erstreckt sich in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg über eine Länge von rund 5000 Kilometern. Und es stoße, was seine Aufnahmefähigkeit betrifft, wegen des Wachstums bei der Energie aus Wind und Sonne zunehmend an seine Grenzen, berichtet Bock. Das bedeute Arbeit für den Standort Demmin als Kompetenzzentrum für das Hochspannungsnetz im gesamten Versorgungsgebiet. Mehr als 50 Ingenieure bereiten laut Bock in der Peenestadt den Netzausbau vor und steuern die Projekte. “Tendenz steigend”, betont der Experte. Allein der sprunghafte Anstieg bei den geförderten Photovoltaikanlagen werfe Planungen über den Haufen, die gerade erst fertiggestellt waren. Derzeit sei die Sonne mit 300 Megawatt am Netz. “Das ist die Leistung eines halben modernen Kohlekraftwerks”, vergleicht er. Angemeldet seien aber bereits 3000 Megawatt für die Photovoltaik.Rund 30 Millionen Euro im Jahr investiere E.ON edis, um der gesetzlich verankerten Pflicht nachzukommen, den Erzeugern von Öko-Elektrizität Strom abzunehmen. Das sei etwa ein Drittel der Gesamtinvestitionen. Neben dem Neubau von Trassen, die Verbindung Pasewalk-Prenzlau soll im Januar ans Netz gehen, stehe auch deren Rekonstruktion auf dem Programm. So werde derzeit zwischen Pasewalk und Eggesin die Kapazität erweitert. Die Bautätigkeit schlage sich letztlich in den Strompreisen wieder, sagt Bock, denn die Kosten für die Stromnetze seien an den Gesamtkosten bis zu einem Viertel beteiligt.
“Wir wollen bei den Erneuerbaren Energien ganz vorn mit dabei sein”, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) beim Besuch des E.ON edis-Standortes in Demmin, an dem rund 400 Beschäftigte arbeiten. Der Ausbau der Stromnetze müsse fortgesetzt werden.
Allerdings sei hier die Solidarität der Bundesländer gefordert, sagte er. Es könne nicht sein, dass die Verbraucher im Nordosten die Kosten für neue Stromtrassen allein aufgebürdet bekommen. Es liefen bereits Gespräche mit den Ministerpräsidenten der Länder, um eine Lastenteilung zu erreichen.
Berlin – Der Umbau der Stromversorgung macht nach Auffassung der Deutschen Energie-Agentur (Dena) massive Investitionen in neue Stromnetze erforderlich. Bis zu 3600 Kilometer neue Leitungen seien binnen zehn Jahren nötig, um Windstrom aus Nord- und Ostdeutschland Richtung Süden und Südwesten abzutransportieren, heißt es in der neuen Netzstudie der Dena. Am Dienstag legte die halbstaatliche Agentur sie in Berlin vor. ‘Ohne die Infrastruktur können wir die Ziele bei den erneuerbaren Energien nicht erreichen’, sagte Dena-Chef Stephan Kohler.
Das Gutachten, an dem auch Netzbetreiber und Windlobby mitwirkten, untersucht verschiedene Varianten für den Bau neuer Leitungen. Danach wären herkömmliche Freileitungen am günstigsten. In diesem Fall müssten 3600 Kilometer Trassen errichtet werden, die Kosten lägen bei 9,7 Milliarden Euro. Alternativ ließen sich auch bestehende Leitungen so ertüchtigen, dass sie höheren Temperaturen standhalten. Sie könnten dann mehr Strom transportieren. In diesem Fall wäre es mit 1700 Kilometer neuen Leitungen getan, die Kosten aber betrügen 17 Milliarden Euro. Der Bau neuer Freileitungen trifft in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Vielerorts haben sich Bürgerinitiativen dagegen gegründet. Sie fordern meist, die Leitungen unterirdisch zu verlegen. Kostenpunkt laut Dena: 22 bis 29 Milliarden Euro.
Kohler mahnte, den Ausbau zügig anzugehen. ‘Das fehlende Stromnetz darf nicht zum Flaschenhals werden.’ Die Kosten für den Ausbau tragen die Stromkunden über die sogenannten Netzentgelte. Nach Dena-Berechnungen würden sie aber nur geringfügig steigen – beim Bau der neuen Freileitungen von 5,8 auf 6 Cent je Kilowattstunde, bei der teureren Hochtemperaturleitung auf 6,3 Cent. 2005 hatte die Dena zuletzt den Bedarf abgeschätzt, allerdings für einen geringeren Ökostrom-Anteil. Damals kam sie auf 850 Kilometer neue Leitungen.
Umweltschützer und Grüne äußerten Kritik an der Studie. ‘Die Netzbetreiber entwerfen den Netzausbau für sich selbst’, sagte der Berliner Ökonom Christian von Hirschhausen. Er hatte die Studie im Auftrag der Umweltstiftung WWF begutachtet. ‘Die Daten sind für Außenstehende nicht nachvollziehbar.’ Das lasse kaum auf mehr Akzeptanz für den Netzausbau hoffen. Die Grünen-Energiepolitikerin Ingrid Nestle bemängelte, die hohen Ausbauzahlen erweckten den Eindruck, ‘diese Aufgabe sei quasi nicht zu schaffen’.
Der Steinkohlekonzern RAG will seine früheren Betriebsimmobilien intensiver für die Erzeugung von Ökostrom nutzen. Windräder auf den bis zu 100 Meter hohen Bergwerkshalden sind keine Seltenheit mehr im Ruhrgebiet. Auf der Halde Scholven in Gelsenkirchen arbeiten zwei Windräder mit jeweils 2,3 Megawatt Leistung. Bei küstenähnlichen Windverhältnissen könnten sie rechnerisch rund 10 000 Einwohner mit Strom versorgen, erklärte der RAG-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes am Dienstag vor der Presse in Essen.Doch Strombedarf und verfügbarer Windstrom passen längst nicht immer zusammen. Deswegen wollen der zur RAG-Stiftung gehörende Bergwerkskonzern und der Versorger RWE gemeinsam ein Kombikraftwerk errichten, das mit Wind und Wasser rund um die Uhr bedarfsgerecht Strom zur Verfügung stellen kann. Für das rund 60 Millionen Euro teure Pilotprojekt in der Nähe von Hamm haben die beiden Tochtergesellschaften RWE Innogy und die RAG Montan Immobilien am Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Auch kleine Beiträge helfen
Der von der Bundesregierung bis 2030 geplante Ausbau der regenerativen Energien werde bei der begrenzten Verfügbarkeit von Windkraft nur gelingen, wenn gleichzeitig die Stromnetze verbessert und neue Stromspeicher geschaffen werden, sagte Innogy-Chef Fritz Vahrenholt. „Wenn im Jahr 2030 der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung 30 Prozent beträgt und wir nur eine windschwache Woche durch gespeicherte erneuerbare Energie überbrücken müssten, bräuchten wir das Siebzigfache der heute in Deutschland zur Verfügung stehenden Pumpspeicherkapazität von rund 7000 Megawatt“, rechnete er vor. Mit Haldenprojekten allein lasse sich die Speicherproblematik gewiss nicht lösen. Aber auch kleine Beiträge könnten helfen.
Das Kombikraftwerk an der Abraumhalde Sundern ist in mehrerer Hinsicht ein Pilotprojekt. Innerhalb der nächsten 18 Monate sollen die grundlegenden Daten – Windverhältnisse auf der Halde, Kosten, Genehmigungsfähigkeit und Absatzpotential – analysiert werden. Dann ist ein ambitionierter Genehmigungsprozess geplant, der nur ein Jahr dauern soll. Schon Ende 2014 soll die Produktion von Ökostrom beginnen. Die in Essen ansässigen Partner gehen davon aus, dass ihr Kraftwerk direkt vermarktbare Elektrizität erzeugt und keine Einspeisungsgebühren benötigt. RWE Innogy will das Kraftwerk finanzieren und betreiben. RAG würde dafür die Immobilie verpachten. Bewährt sich das Projekt, könnte auf den RAG-Halden an Rhein, Ruhr und Saar eine Speicherkapazität von insgesamt bis zu 200 Megawatt errichtet werden.
…
Noch kann er sich als Spitzenreiter fühlen. Carlos Ghosn, Chef von Renault und Nissan, hat so früh auf das Elektroauto gesetzt, dass er unter Japans Autobauern die Pole-Position einnimmt. Nächsten Monat soll die Auslieferung von Nissans Elektrofahrzeug Leaf starten. Ghosn ist mehr denn je davon überzeugt, dass das Elektroauto die Zukunft ist. “Es gibt Kunden, die wollen schlicht Null Emissionen”, sagte er jüngst in einem Interview. Innerhalb von drei Jahren werde das Geschäft profitabel sein.
Noch vor wenigen Jahren war Ghosn belächelt worden. Nun wird er von vielen als Guru betrachtet – auch wenn sein Engagement eher der Not entsprang, weil Nissan keine Hybrid-Motoren besaß. Toyota und Honda, Japans Nummer eins und zwei, treten nun mächtig aufs Gaspedal, um Nissans Vorsprung zu verkürzen.
Toyota fährt zweigleisig
Honda hat bekannt gegeben, bereits im Jahr 2012 seinen Fit als Elektroauto zu verkaufen. Der Electric Fit werde auch in den USA und anderen globalen Märkten angeboten, sagte Honda-Vizepräsident Takanobu Ito auf der Los Angeles Auto Show. Die Stückzahl allerdings “wird schmal sein”.
Das ist Toyota schon weiter. Der weltgrößte Autobauer, der die Entwicklung eines Elektroautos zunächst verschlafen hatte, fährt nun zweigleisig. Nach seiner vergangene Woche vorgestellten Strategie will Toyota vor allem im Hybrid-Geschäft seine Vorreiterrolle ausbauen, aber auch mit Elektrovarianten glänzen. Unter anderem sollen in den nächsten zwei Jahren elf neue Hybrid-Modelle auf den Markt kommen – darunter auch ein Plug-in-Modell, das längere Strecken ausschließlich mit dem Elektromotor fahren kann. Toyota will bis 2012 auch ein reines Elektroauto auf den Markt bringen. Der Wagen soll auf dem Stadtauto iQ basieren und zeitgleich in den USA aufschlagen.
Auf der Motorshow in Kalifornien zeigte Toyota zudem den Prototypen des elektrischen SUV RAV4. “Wir waren spät dran, Elektro-Fahrzeuge einzuführen, aber nicht spät in der Entwicklung von Elektroantriebstechnik”, sagte Vizepräsident Takeshi Uchiyamada. Tatsächlich wird vor allem Toyota zugetraut, den Vorsprung von Nissan wettmachen zu können. Toyota zählt zu den wenigen Herstellern, die für Forschung genügend Geld haben – und das Know-how besitzen. Nach einer neusten Studie der Europäischen Vereinigung für Transport und Umwelt zeigt Toyota hinter Fiat das zweitbeste Ergebnis beim Herunterregeln des CO2-Ausstoßes.
Am Mittwoch gab das Unternehmen zudem bekannt, dass es in China eine eigene R&D-Einheit etablieren wird mit einem Volumen von 234 Mio. Dollar. Zugleich ist Toyota clever eine Allianz mit dem US-Elektroautohersteller Tesla eingegangen. Das im EV-Geschäft erfahrene Unternehmen liefert nun Batterien und Motoren für den RAV4. Aber auch Honda drückt auf die Tube. Laut John Mendel, Vizepräsident von Honda USA, beginnen die ersten Straßentests mit dem “Fit” im nächsten Jahr. Die Reichweite des Elektrofahrzeugs soll bei 100 Meilen liegen, etwa 160 Kilometer.
GM ist deutlich teurer
Letztlich wird neben Auslieferungszeitpunkt und Technik aber vor allem der Preis über die Marktposition entscheiden. Der aufladbare Hybrid-Wagen von Toyota soll in Japan lediglich drei Mio. Yen (knapp 27 000 Euro) kosten. Der Leaf hingegen wird in Japan erst für 3,76 Mio. Yen zu haben sein und in den USA, wo im nächsten Jahr über 25 000 Stück verkauft werden sollen, für 32 780 Dollar. Zum Vergleich: Die US-Konkurrenten von General Motors wollen ihren Volt, der ebenfalls noch in diesem Jahr die Händler erreichen soll, für 41 000 Dollar (rund 30 000 Euro) anbieten.
Völlig vergessen darf man allerdings auch Mitsubishi nicht. Das Unternehmen ist derzeit der einzige Anbieter, der bereits mit dem iMiev ein Elektroauto wirklich am Markt verkauft. Doch der lediglich mittelgroße Autobauer kann schon rein finanziell nicht im Konzert der großen drei mitspielen. Gleichwohl: Auch Mitsubishi will seinen iMiev nächstes Frühjahr in den USA auf den Markt bringen.
Eigentlich sind die Industriekonzerne Alstom und Siemens erbitterte Konkurrenten. Doch bei der Entwicklung von Solar-Strom in Nordafrika sollen nun beide Konzerne Hand in Hand zusammenarbeiten. Am Donnerstag dieser Woche soll in Paris das französisch dominierte Konsortium Medgrid aus der Taufe gehoben werden, bei dem Alstom und auch Siemens mitmachen wollen. Das Projekt wird von der französischen Regierung unterstützt. Medgrid ist der neue Name der Initiative Transgreen. Kernpunkt ist der Bau von bis zu fünf Unterseeleitungen im Mittelmeer, die den Solar-Strom der Desertec-Initiative um Siemens von Nordafrika nach Europa leiten sollen.
Abkommen mit Desertec anvisiert
Viele sehen in Medgrid ein französisches Gegenprojekt zu Desertec. „Das ist auf keinen Fall die Idee“, sagt Georges de Montravel, Geschäftsführer von Medgrid. „Sobald die Aktiengesellschaft gegründet ist, wollen wir mit Desertec ein Abkommen über Informationsaustausch abschließen mit dem Ziel, teure Doppelarbeiten zu vermeiden“, sagt Montravel. Die Namensänderung in Medgrid erklärt er damit, dass der Marken-Name Transgreen bereits geschützt war.
Medgrid-Aktionäre sind unter anderem Alstom, Areva, die EDF-Netztochter RTE, der Kabelspezialist Nexans, aber auch Siemens, der spanische Solarkonzern Abengoa sowie der marokkanische Stromanbieter ONE. Jeder Aktionär soll rund 200 000 Euro Eigenkapital einzahlen.
So ganz friedlich und harmonisch ist die Geschichte der beiden Solar-Initiativen indes nicht verlaufen. Ganz zu Beginn stand das politische Projekt von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, die Mittelmeer-Anrainer über eine „Mittelmeer-Union“ enger an Frankreich anzubinden. Deutschland sollte dabei außen vor bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel riskierte den offenen Krach: Jetzt ist die EU und damit Deutschland eingebunden. Zahlreiche Projekte wie ein großer Solar-Plan wurden vereinbart.
Dann preschte die deutsche Industrie im Sommer 2009 mit der Desertec-Initiative vor. Das Projekt will solarthermische Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten bauen, um mindestens 15 Prozent des europäischen Strombedarfs zu decken.
Sarkozy war wenig begeistert, dass die Deutschen in Sachen Solarstrom Frankreich nun die Show zu stehlen drohten. Daher stieß er die nun in Medgrid umbenannte Netz-Initiative an. Frankreich baut aber keine eigenen Solar-Kraftwerke, sondern begnügt sich damit, den Desertec-Strom nach Europa zu transportieren.
Bei Desertec war man anfangs erstaunt, dass die Franzosen ihr eigenes Konsortium aus dem Boden stampften – statt sich zum Beispiel stärker bei Desertec einzubringen. Doch man hat sich entschieden, die parallele Initiative als Chance zu sehen. „Die Franzosen wollten ihr eigenes Konsortium, und jetzt arbeiten wir halt zusammen“, heißt es im Umfeld des Solar-Konsortiums.
Rund sechs Mrd. Euro Kosten
Auch Desertec-Chef Paul van Son sieht es pragmatisch. „Die Frage der Stromübertragung von Nordafrika zu den europäischen Märkten ist ein Schlüsselelement der Desertec-Vision“, sagte er dem Handelsblatt. Daher begrüße er die Initiative aus Frankreich. „Wir ergänzen uns perfekt.“ Desertec habe die gesamte Wertschöpfungskette Energieerzeugung, Übertragung, Strommärkte bis 2050 im Blick, während sich Medgrid auf die Übertragungsfragen im Mittelmeerraum bis 2020 konzentriere.
„Um 5000 Mega-Watt-Strom zu transportieren, brauchen wir fünf neue Leitungen. Die Gesamtkosten dürften bis zu sechs Milliarden Euro betragen“, rechnet Medgrid-Chef Montravel vor. Das Konsortium will aber nur die Vorbereitungen zum Bau leisten. „Die Leitungen selbst sollen dann von Investoren gebaut werden, die möglicherweise sich aus den Medgrid-Aktionären rekrutieren“ erklärt er. Die Vorstudien will Medgrid bis 2013 abgeschlossen haben.
Wer was am Ende wirklich baut, ist auch bei Desertec noch nicht raus. Alle Aufträge müssen ausgeschrieben werden. Und dann können Siemens und Alstom wieder gegeneinander antreten.
Die zur Einführung intelligenter Verbrauchsmesser erlassenen Rechtsnormen im Energiewirtschaftsgesetz schützen die Privatsphäre von Bürgern nach Auffassung der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder nur unzureichend. Da detaillierte Verbrauchswerte aus Wohnungen einen tiefen Einblick in die Lebensgewohnheiten erlauben, müsse ein enger gesetzlicher Rahmen hinsichtlich Erhebung, Verarbeitung und Nutzung solcher Daten geschaffen werden.
Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder haben sich auf ihrer 80. Konferenz am gestrigen Donnerstag in Freiburg gegen einen Wildwuchs intelligenter Stromzähler ausgesprochen. Seit Anfang 2010 sind Neubauten und renovierte Gebäude mit “Smart Metern” auszurüsten, die den aktuellen Energieverbrauch im Sekundentakt aufzeichnen können, schreiben die Hüter der Privatsphäre in ihrer Entschließung. Zugleich warnen sie: “Solche digitalen Messgeräte erfassen sensible Verbrauchswerte aus Wohnungen wie Strom und Gas und gewähren dadurch tiefen Einblick in die Lebensgewohnheiten der Betroffenen” und brächten “ein hohes Ausforschungspotenzial” mit sich.
Die detaillierte Erfassung des Energieverbrauchs könne zu tiefgreifenden Verletzungen der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen führen und sowohl das Recht auf informationelle Selbstbestimmung als auch die verfassungsrechtlich garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung beeinträchtigen, führen die Datenschützer weiter aus. Durch die langfristige Aufzeichnung, die Verknüpfungsmöglichkeiten derartiger Verbrauchsprofile mit anderen Daten und ein Auslesen der Daten per Fernzugriff seien weitere Gefährdungen der Privatsphäre der Betroffenen zu befürchten.
Die zur Einführung der neuen Verbrauchsmesser bisher erlassenen Rechtsnormen im Energiewirtschaftsgesetz schützen die Privatsphäre der Betroffenen nach Auffassung der Konferenz nur unzureichend. Es müsse daher dringend nachgebessert und beim Betrieb effizienter Versorgungsnetze den Persönlichkeitsrechten “absolute Priorität” eingeräumt werden. Die Datenschützer sprechen sich daher für eine “gesetzliche Regelung für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der durch digitale Zähler erhobenen Verbrauchsinformationen” aus. Eine solche Bestimmung müsse die schutzwürdigen Interessen der Betroffenen berücksichtigen und “eine strikte Zweckbindung der erhobenen personenbezogenen Daten vorschreiben”.
Konkret sei etwa sicherzustellen, dass detaillierte Verbrauchswerte von Endgeräten unter ausschließlicher Kontrolle der Nutzer verarbeitet und “nicht mit direktem oder indirektem Personenbezug an Dritte übermittelt werden”. Die Inanspruchnahme umweltschonender und kostengünstiger Tarife dürfe nicht davon abhängig gemacht werden, dass Betroffene personenbezogene Nutzungsprofile offenbaren. Für digitale Zähler und intelligente Verteil- und Verarbeitungsnetze in Form von “Smart Grids” sind laut dem Beschluss “technische und organisatorische Maßnahmen nach dem jeweils aktuellen Stand der Technik zu schaffen, die insbesondere die Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Transparenz” bei der Verarbeitung aller Energieverbrauchs- oder Steuerungsdaten sicherstellen. Dazu gehörten auch geeignete Verschlüsselungsmaßnahmen. Die Anforderungen an den technischen Datenschutz und die IT-Sicherheit seien durch “verbindliche Standards festzuschreiben, die der Sensitivität der Daten und den zu erwartenden Missbrauchsrisiken Rechnung tragen”. Für die Gesamtsysteme sei ein “integriertes Datenschutz- und Sicherheitsmanagementsystem” aufzubauen.
In einer Forsa-Umfrage äußerten zuvor 59 Prozent der Befragten “große” oder “sehr große” Bedenken, dass sie bei Einbau eines digitalen Zählers nicht kontrollieren könnten, was mit ihren Stromverbrauchsdaten passiert. Auch Experten wie der Jurist Patrick Breyer halten gerade vor dem Hintergrund von Berichten, wonach Call-Center-Mitarbeiter bereits Zugriff auf die personenbezogenen Informationen hätten, ein Tätigwerden des Gesetzgebers für nötig und haben bereits entsprechende Formulierungsvorschläge ins Gespräch gebracht.
es: Derzeit kommt der Netzausbau kaum voran. Gerade in Bezug auf erneuerbare Energien und weiträumige Stromtransite wird er aber immer wichtiger. Wie dramatisch ist die Lage?
Dramatisch ist die Lage insofern, als wir mehr und mehr erkennen, dass der Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien und insbesondere deren Integration in die Netze durch den Netzausbau limitiert wird. Der Ausbau der Übertragungsnetze hinkt dramatisch hinterher, und ein Netzumbau hat eigentlich noch gar nicht stattgefunden. Können wir diese Limitierung nicht aufheben, werden wir riskieren, die klimapolitische Zielsetzung der Bundesregierung, was den Ausbau der erneuerbaren Energien angeht, nicht zu erreichen.
es: Wo sehen Sie Lösungsansätze?
Mögliche Lösungsansätze werden im VDE-Positionspapier ›Übertragung elektrischer Energie‹ genannt. Hier ist in sehr strukturierter und übersichtlicher Form aufgeführt, welche technologischen Optionen wir haben, um das Netz für die Zukunftsaufgaben, insbesondere die Integration der erneuerbaren Energien, vorzubereiten und umzubauen. Viele dieser Technologien sind bereits in anderen Ländern erprobt, andere benötigen allerdings noch den Praxistest, um als Standardtechnologien eingesetzt werden zu können. Es ist hohe Zeit, dass dies nun auch in Deutschland geschieht. Und dafür müssen wir Anreize setzen und Motivation bei den Netzbetreibern schaffen.
es: Wie kann man solche Anreize setzen?
Indem man den Einsatz innovativer Technologien belohnt und zum Beispiel jenen Unternehmen, die solche einsetzen, einen Bonus gibt. Das wäre das eine. Zum anderen könnte man so etwas auch über gesetzliche Vorgaben regeln. Das ist allerdings nur dann eine gute Lösung, wenn der gesetzliche Rahmen motivationsfördernd wirkt, die Unternehmen also dazu anhält, neue Technologien zu nutzen.
es: An welche Gesetze denken Sie dabei?
Nehmen wir zum Beispiel das Energieleitungsausbaugesetz, abgekürzt Enlag. Vor dem Hintergrund, dass der Netzausbau nicht im gewünschten Maße stattfindet, hat man im Rahmen des Enlag dort Projekt für Projekt namentlich genannt und festgelegt, was per Gesetz umgesetzt werden muss. Bei Standardtechnologie ist dies dabei durchaus ein möglicher Weg, bei innovativer Technologie ist so etwas allerdings schwieriger umzusetzen. Dennoch könnte man beispielsweise im Rahmen einer gesetzgeberischen Vorgabe auch bestimmte Pilotprojekte identifizieren und damit sicherstellen, dass die Kosten für deren Realisierung beim Netzbetreiber kompensiert werden.
es: Das Akzeptanzproblem wäre damit jedoch nicht gelöst.
Nein, dies ist ein generelles Problem. Es gibt bestimmte Technologien, die immer wieder auf Akzeptanzprobleme stoßen werden. Hier ist es notwendig, der Gesellschaft klar zu machen, dass wir die erneuerbaren Energien nur dann wirklich voll nutzen können, wenn wir auch bereit sind, die dafür notwendigen Übertragungstechnologien zu akzeptieren. Freileitungen gehören nach wie vor zu den wesentlichen Elementen des zukünftigen Netzausbaus. Sie werden nicht so ohne weiteres zu ersetzen sein – selbst dann, wenn wir neue Technologien einsetzen, wie zum Beispiel die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, also HGÜ. Soll große Leistung über große Entfernungen transportiert werden, so ist das auch heute nur mit der HGÜ-Freileitungstechnik möglich. Auch hier müsste die entsprechende Akzeptanz geschaffen werden.
es: Und was ist mit Erdkabeln?
Immer da, wo Technologien in großem Stil angewandt werden, wird man sich Akzeptanzproblemen gegenüber sehen – bei Erdkabeln wird das nicht anders sein. Die Förderung von Pilotprojekten zu den auch in unserem Positionspapier vorgestellten Technologien kann zwar die Akzeptanzproblematik nicht aus der Welt schaffen. Sie kann aber zur Versachlichung der Diskussion beitragen, denn wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass es allen Beteiligten hilft, neue oder zumindest hier unbekannte Technologien einmal angewandt zu haben. Man kann dann sehr viel überzeugender darlegen, was geht und wo Grenzen sind.
es: Sollte die von der Bundesnetzagentur zugesprochene Rendite nicht ausreichen, um Netzinvestitionen anzuschieben?
Man kann sich darüber streiten, ob die Rendite richtig berechnet worden ist oder nicht. Ich kann das im einzelnen nicht genau beurteilen, das wissen die Netzbetreiber besser als ich. Im Ergebnis jedenfalls werden die Investitionen nur dann fließen, wenn die Rendite ausreicht. Schließlich kann man einen Investor nicht dazu zwingen, sein Geld für bestimmte Investitionen herzugeben. Bei innovativen Technologien müssen besondere finanzielle Anreize geschaffen werden, um die Einstiegsrisiken zu überwinden. Solche sind bis heute nicht zu erkennen. Die Haltung der Bundesnetzagentur ist hier sehr restriktiv. Klar ist, dass die Übertragungsnetzbetreiber in Zukunft wesentlich stärker von Fremdfinanzierung abhängig sein werden als bisher. Man wird sehen, ob die Bankfinanzierung für die erforderlichen Projekte zustande kommt oder nicht. Die Frage theoretisch zu diskutieren, ist deshalb ziemlich nutzlos. Wir werden es am Ergebnis sehen.
es: Welches sind die wichtigen Innovationen im Bereich des Transportnetzes?
Wie in unserem Positionspapier beschrieben, gibt es einige Innovationen, die im Wesentlichen darauf abzielen, das bestehende Netz besser auszunutzen. Hier wäre etwa das Leiterseil-Monitoring zu nennen. Schlussendlich wird man nicht umhinkommen, die Übertragungsleistung zu erhöhen. Dafür gibt es derzeit zwei geeignete Technologien: Entweder man erhöht die Übertragungsspannung auf mehr als 380kV etwa auf 500 oder 750kV und beziehungsweise oder man setzt HGÜ-Systeme ein. Beides sind die im Augenblick auch im Ausland bereits erprobten Technologien, weil die Problematik des Transports großer Energien aus verbrauchsfernen Erzeugungszentren dort schon früher entstanden ist, beispielsweise bei der Wasserkraftnutzung in Südamerika oder China. Die Probleme, die wir jetzt in Europa durch den Aufbau der erneuerbaren Energien bekommen werden, haben diese Länder schon seit mehreren Jahren gelöst.
es: Ein Vorsprung an Erfahrung im Ausland Wie stehen die deutschen Hersteller im Weltmarkt?
Tatsächlich erleben wir gerade eine Abwanderung von Technologien. Speziell in China wird der Ausbau der Netzinfrastruktur sehr zielstrebig und auch mit neuen Technologien forciert. Zwar sind viele dieser Technologien in Deutschland maßgeblich mitentwickelt worden, wie auch das Positionspapier zeigt. Nur laufen wir Gefahr, dass wir künftig Technologie reimportieren müssen, wenn wir sie nicht auch im eigenen Land in Pilotprojekten praktisch einsetzen können, um sie dann auf Basis der gewonnenen Erfahrungen als Standardtechnologie zu verwenden.
es: Wo sind denn deutsche Anbieter bereits im Hintertreffen?
Zum Beispiel ist die 1.100-kV-Technik in China kein Forschungsprojekt mehr, sondern bereits installierte Technik. Das gleiche gilt für die 800-kV-Gleichstrom-Technik. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Notwendigkeit, das Netz auf diese Weise umzubauen, in jenen Ländern früher zum Tragen kam als hierzulande. Doch inzwischen reichen auch in Europa die bestehenden Lösungen nicht mehr aus: Mit 380kV kommen wir nicht mehr durch die Tür.
Sicher wird die HGÜ-Technologie zum vermehrten Einsatz kommen, wir werden meiner Ansicht nach langfristig auch eine Spannungserhöhung diskutieren. Zum Beispiel werden für Projekte wie Desertec gewaltige Übertragungsleistungen zu bewältigen sein. Die Technik ist da, Akzeptanz und Finanzierung dürften uns vor größere Probleme stellen.
es: Nach den Zielen der Bundesregierung ist die Offshore-Windkraft 2020 ein gewichtiger Faktor im Strommix. Ist das realistisch?
Angesichts des stockenden Netzausbaus halte ich es für außerordentlich ambitioniert, bis 2020 Offshore-Windkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 10.000 Megawatt installieren zu wollen. Dazu müssten jedes Jahr für 1.000MW Offshoreanschlüsse gebaut werden, das erfordert Investitionen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Ein Netzausbau dieser Größenordnung in dieser kurzen Zeit ist ohne einen Ausbauplan den es bisher noch nicht gibt nur schwer vorstellbar. Viele Engpässe, in der Produktion, in der Logistik, wie zum Beispiel Verlegeschiffe, würde ein Ausbauplan sichtbar machen und den Lieferanten die notwendige Zeit geben, um diese Engpässe zu beseitigen. Die Bedeutung des Netzausbaus für die Integration der Windkraft ist nun hinlänglich bekannt, wir müssen jetzt endlich tun, was wir immer sagen.
Auch wegen deutlich mehr Solaranlagen sind die Strompreise für Haushaltskunden im ersten Halbjahr um 2,1 Prozent gestiegen.
Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zahlt ein Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden derzeit für seine Stromrechnung 69 Euro im Monat.
Allein die Belastungen aus der Erneuerbare-Energien-Umlage für die Stromkunden werden laut BDEW von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf voraussichtlich 8,2 Milliarden Euro in diesem Jahr steigen. Nach Branchenschätzungen könnte die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage für die Öko-Energien von 2,047 Cent pro Kilowattstunde auf 3,2 bis 3,5 Cent im kommenden Jahr steigen. Genaue Zahlen sollen Mitte Oktober vorliegen. Über die Umlage zahlen alle Stromverbraucher den Ökoenergie-Ausbau mit. Gibt es mehr Ökostrom, steigen auch die zu zahlenden Förderkosten.
BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller betonte mit Blick auf die Preissteigerungen: «Staatliche Steuern und Abgaben sind auf ein neues Rekordhoch geklettert und haben inzwischen einen Anteil von 41 Prozent am Strompreis eines Haushaltes.»
Einerseits setze die gesetzlich garantierte Förderung der erneuerbaren Energien den Strompreisen zu. «Andererseits steigen die Kosten, die für den Ausbau der Stromnetze erforderlich sind und durch die Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt werden», sagte Müller.
Die staatlichen Steuern und Abgaben für Stromkunden werden sich nach BDEW-Schätzungen auf 14,3 Milliarden Mrd. Euro im Jahr 2009 und auf voraussichtlich 16,9 Mrd. Euro in diesem Jahr summieren. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 werde damit die Steuerbelastung für die Kunden mehr als das Siebenfache betragen. Die Mehrwertsteuer ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
Der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Jörg Mayer, warnte vor einem Zerreden der Öko-Energie-Vorteile. «Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Der Umbau unserer Energieversorgung kostet Geld», sagte Mayer. Aber jeder in erneuerbare Energien investierte Euro bringe einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen. Derzeit betrage der Anteil am statistischen Warenkorb, den jeder Haushalt für den Ausbau erneuerbarer Energien bezahlt, lediglich 0,2 Prozent.
Laut Bundesnetzagentur ging von Januar bis Ende August allein bei der Photovoltaik eine Leistung von 4,88 Gigawatt (GW) ans Netz – das ist ein Rekord. Wegen des Booms wird die Einspeisevergütung für Dachanlagen zum Jahreswechsel um die laut Gesetz maximal möglichen 13 Prozent sinken. Wegen bereits im Laufe des Jahres erfolgter Kürzungen liegt die Einspeisevergütung für Dachanlagen 2011 damit rund 30 Prozent unter dem Wert von 2009. Der Energiekonzern RWE prangert die Solarförderung wegen der hohen Förderung bei vergleichsweise geringer Stromproduktion als Geldverschwendung an.
Studie Erneuerbare als Wirtschaftsfaktor
Studie Strompreiskosten in Deutschland
Studie zur Entwicklung der EEG-Umlage
Einfluss EEG-Umlage auf Strompreis
Der dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien generiert in den deutschen Städten und Gemeinden eine Wertschöpfung von annähernd 6,8 Milliarden Euro. Dies hat das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in der ersten systematischen und vergleichenden Analyse der Wertschöpfungs effekte regenerativer Energietechnologien untersucht.
Der flächendeckende und dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland ist für Kommunen umso profitabler, je mehr Anlagen, Betreibergesellschaften, Hersteller oder Zulieferer vor Ort angesiedelt sind. Mit der aktuellen IÖW-Studie wird diese naheliegende Annahme erstmals in einer wissenschaftlich fundierten, systematischen Be rechnung für alle gängigen Erneuerbare-Energien-Technologien bestätigt. Zudem können Kommunen jeder Größe auf Grundlage der Studie ermitteln, welche Wertschöpfung Erneuerbare Energien vor Ort bereits erwirtschaften oder künftig erwirtschaften könnten – etwa durch Steuer- und Pachteinnahmen, Unternehmensgewinne und Arbeitsplätze sowie durch die Einsparung fossiler Brennstoffe.
Der IÖW-Studie zufolge haben Sonne, Wind, Biomasse & Co im Jahr 2009 rund 6,8 Mrd. Euro regionale Wertschöpfung generiert. Davon flossen allein 0,6 Mrd. Euro als Steuereinnahmen in die klammen Kassen der Kommunen. Bei einem weiteren dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Energien könne sogar annähernd eine Verdoppelung der Wertschöpfung bis zum Jahr 2020 erreicht werden. „Es zeugt von regionalwirtschaftlichem Weitblick und finanzpolitischem Sachver stand, dass immer mehr Städte und Gemeinden den Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung in die Tat umsetzen“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien und Auftraggeber der Studie. „Sie erhöhen damit ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort und verbessern die kommunale Haushaltslage. Dies kommt wiederum den Bürgern vor Ort zugute.“
Albert Filbert, Vorstandsvorsitzender der HEAG Südhessische Energie AG mit Sitz in Darmstadt, bestätigt diesen Trend: „Die Regionen und Kommunen erkennen vermehrt die Bedeutung einer aktiven und weitschauenden Daseinsvorsorge, die den ökonomischen und ökologischen Interessen des Gemeinwesens am besten ent spricht“, so Filbert. Ein verstärktes Engagement in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz biete dabei die Chance zur Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg, zur Finanzierung wichtiger kommunaler Vorhaben und Haushaltsentlastung, zur Sicherung des Standortes, der Arbeitsplätze und der lokalen Wertschöpfung.
Doch nicht nur große Stadtwerke profitieren vom Umstieg auf Erneuerbare Energien, sondern aufgrund der dezentralen Struktur besonders auch der ländliche Raum. Das zeigt das Beispiel des Rhein-Hunsrück-Kreises in Rheinland-Pfalz. „1999 haben wir mit den Erneuerbaren Energien angefangen und sind seither nicht mehr zu bremsen“, berichtet Landrat Bertram Fleck (CDU). Heute decken in der Region 1.500 regenerative Energieanlagen fast 60 Prozent des Strombedarfs. „In wenigen Jahren werden wir Stromexporteur sein und erwirtschaften dabei 14,6 Millionen Euro kommunale Wert schöpfung pro Jahr“, betont Fleck.
Das IÖW hat in seiner Studie alle Wertschöpfungsschritte von der Anlagenproduktion über Planung und Installation bis zu Betrieb und Wartung analysiert. „Die Gesamtsumme ist zu 36 Prozent auf die Photovoltaik (2,4 Mrd. Euro) und zu 30 Prozent auf die Windkraft (2,1 Mrd. Euro) zurückzuführen“, erklärt Dr. Bernd Hirschl, Leiter des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW. Für die Zukunft werde die Entwicklung der kommunalen Wert schöpfung stark von der weiteren Zubauentwicklung insbesondere dezentraler Erneuerbarer Energien abhängen, so Hirschl.
Siemens startet eigene Elektroauto-Testflotte (unter Heise online am 23.09.2010 veröffentlicht)
Die Siemens AG will selbst Erfahrungen mit Elektroautos sammeln und startet dazu eine Testflotte. “Wir haben bislang zu wenig Erfahrung mit der Technik und den Geschäftsmodellen und wollen diese im Feldversuch testen”, erklärte der Chef des Bereichs Smart Grids, Richard Hausmann, dem Handelsblatt. Ab November sollen schrittweise 100 Fahrzeuge in den Siemens-Standorten München, Erlangen und Berlin auf die Straße kommen. Im Zentrum des Flottenversuchs stehen Fragen rund um die intelligente Steuerung von Stromnetzen (Smart Grids) und den dazu notwendigen Komponenten.
“Das Elektroauto wird mittelfristig zum fahrenden Stromspeicher”, prognostiziert Hausmann. Die Idee dahinter ist, dass die Batterien der Elektroautos bei starkem Wind oder Sonnenschein ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energien speichern und ihn bei Bedarf wieder in die Stromnetze zurückschicken. Zudem will Siemens durch den Einsatz neuer Gleichstromnetze die Ladezeiten für Elektroautos senken. “Mit Gleichstrom können wir die Ladezeiten auf 10 bis 15 Minuten drücken”, sagte Hausmann.
Die Energiesparte von Siemens bewirbt die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung als Möglichkeit, elektrische Energie “verlustarm und umweltfreundlich” über weite Strecken zu transportieren und verweist auf entsprechende Referenzprojekte in China und Indien. Auch für das sogenannte Smart Metering, also Zähler und Infrastruktur zur Erfassung und Abrechnung des Stromverbrauchs in Smart Grids, bietet Siemens Lösungen an.
Der Konzern denkt laut dpa auch über eine eigene Herstellung von Motoren für Elektroautos nach. Für seine Testflotte verwendet der Konzern aber Autos des japanischen Herstellers Suzuki, die von der Fräger-Gruppe auf Elektroantrieb umgerüstet werden. Die zur Gruppe gehörende Firma German E Cars baut Serienfahrzeuge mit Verbrennungsmotor entsprechend um. Sie bietet unter anderem mit dem Stromos eine Elektroversion des Kleinwagens Suzuki Splash an. Der Stromos wird bereits von der Technischen Universität Cottbus auf seine Eignung als Batteriepuffer im Stromnetz getestet.
Vor dem laufenden Fernseher sitzt gerade niemand, im Nachbarzimmer aber bügelt an diesem trüben Herbstabend ein Elternteil im hellen Licht der Energiesparlampe. Der andere schiebt das Abendessen in die Mikrowelle, ein Kind sitzt vor dem Computerspiel, und die andere Hälfte des Nachwuchses hat wie immer um diese Zeit das Handy am Ohr. Elektrischer Strom ist zumindest in den reichen Gegenden der Erde aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. „Eine ,all electrical society‘ entwickelt sich“, analysiert der Sprecher des Innovationszentrums Energie der Technischen Universität Berlin Frank Behrendt. Allerdings hat dieser Energieträger auch einen großen Nachteil: „Elektrizität ist sehr flüchtig!“
Anders als Sprit im Tank eines Autos oder Heizöl im Keller lässt sich Strom also nicht lagern. Oder nur in kleinen Mengen. Jedenfalls ist der Akku eines Laptops ziemlich schnell leer. Deshalb stöpselt man das Gerät wo immer möglich in eine Steckdose. Aber auch im Verbundnetz der Stromversorger ist Elektrizität extrem flüchtig: Genau genommen sollte sie gleich nach Erzeugung auch wieder verbraucht werden.

Gewaltige Wassermassen fließen durch die beiden Fallrohre des Pumpspeicherkraftwerks Wendefurth. Das Kraftwerk dient zum Ausgleich von Leistungsschwankungen im Netz und hat außerdem die Funktion eines Energiespeichers. Foto: picture-alliance/ZB
Dummerweise aber kann man viele Kraftwerke nicht mal schnell zur Halbzeitpause eines Fußballspiels hochfahren, weil überall im Land eine Pizza als Pausensnack in die Mikrowelle geschoben wird. Kohle- und Kernkraftwerke brauchen jedenfalls einige Stunden, bis sie in Aktion treten können.
Noch schwieriger wird die Situation, wenn etwa Windenergie einen Großteil des Strombedarfs ins Netz einspeist. So entstehen weit draußen vor der Nordseeküste riesige Windenergieparks, weil dort der Wind nicht nur kräftiger, sondern auch stetiger als im Binnenland weht. Bei Flaute aber liefern diese Anlagen keine Elektrizität und beginnen erst bei Windgeschwindigkeiten ab ungefähr zehn Kilometern in der Stunde Strom zu produzieren. Bei rund 50 Stundenkilometern Wind bringen sie dann ihre Nennleistung, die moderne Windräder auch bei Sturm halten können.
Versorger brauchen daher Speicher, die Windstrom bunkern, wenn gerade der Wind kräftig weht, aber das Land wenig Energie braucht. Schalten die Menschen dagegen ihre Mikrowellengeräte an und starten die Computer in den Büroräumen, während der Wind eingeschlafen ist, muss die gespeicherte Energie rasch wieder als Strom ins Netz fließen. Viel Auswahlmöglichkeit bei solchen Speichern aber gibt es nicht.
REDOX FLOW CELLS
Würden Stromversorger vorübergehend überflüssigen Strom in Akkumulatoren zwischenlagern, wäre das schlicht zu teuer. Jeder Autofahrer wird diese Überlegung bestätigen, wenn er an den Preis für eine Starterbatterie denkt, die im Winter sehr schnell leer georgelt ist. Was für Auto, Handy, Laptop und Taschenlampe gut ist, taugt noch lange nicht für die Großtechnik.
Es gibt aber durchaus Akkus, die größere Energiemengen preiswert speichern können. Kristina Bognar von der Technischen Universität Berlin nennt zum Beispiel die Redox Flow Cell. Diese Technik wurde an der University of New South Wales in Australien entwickelt und funktioniert nicht viel anders als herkömmliche Akkus. So fließen in der Bleibatterie im Auto Elektronen vom Blei am Minuspol zum Bleidioxid am Pluspol, wenn dieser Akku den Anlasser anwirft. Lädt dagegen die Lichtmaschine die Bleibatterie auf, fließen die Elektronen in die entgegengesetzte Richtung.
Im Prinzip fließen die Elektronen und damit der elektrische Strom in einer Redox Flow Cell genauso. Allerdings tun sie das nicht zwischen zwei Feststoffen, sondern zwischen zwei Lösungen. Eine dieser Flüssigkeiten besteht zum Beispiel aus verdünnter Schwefelsäure, in der Vanadium(II)- und Vanadium(III)-Ionen schwimmen. In der anderen Hälfte der Zelle enthält die verdünnte Schwefelsäure dagegen Vanadium(IV)- und Vanadium(V)-Ionen.
Der Clou an der Redox Flow Cell, die auch mit anderen Ionenmischungen funktioniert, sind eben diese Lösungen. Solche Flüssigkeiten können getrennt voneinander in Tanks gelagert werden. Erst beim Laden oder Entladen fließen die Lösungen dann langsam durch die Zelle.
Durch diese Trennung von Speicher und Stromproduktion können große Energiemengen aufbewahrt werden, indem sie in entsprechend große Tanks gefüllt werden, die relativ preiswert hergestellt werden können. Die Zellen, die dann elektrischen Strom liefern oder ihn in Form von Ionenlösungen speichern, bleiben dagegen klein und handlich.
Die Redox Flow Cell ist aber nicht nur preiswerter als herkömmliche Akkus, sondern lässt sich auch öfter laden und wieder entladen als eine Bleibatterie. Sie muss also viel seltener erneuert werden; auch das macht diese Alternative preiswert.
In einer japanischen Windkraftanlage liefert eine solche Zelle bereits eine Leistung von sechs Megawatt. Das ist ungefähr die Leistung der stärksten Windräder, die kommerziell auf dem Markt sind. Da die Redox Flow Cell zehn Stunden lang diese Energie liefern kann, kann sie genauso lang eine Flaute überbrücken und ist so eine starke Alternative zu anderen Stromspeichern.
PUMPSPEICHERKRAFTWERKE
Auch das Angebot von Solarenergie schwankt erheblich: Nachts liefern die Solarzellen und Sonnentürme gar keinen Strom, tagsüber verringern Nebel, Dunst und Wolken den Ertrag oder bringt strahlend blauer Himmel besonders viel Strom. Die tiefstehende Sonne liefert im Winter natürlich viel weniger Energie als das im Sommer beinahe vom Zenit brennende Zentralgestirn. Ausgerechnet im Winter aber steigt der Stromverbrauch und an Regentagen sitzen viel mehr Menschen vor dem Fernseher oder Computer als bei Ausflugswetter.
Auch wenn Solartürme und Photovoltaik einen kräftigen Anteil der Stromversorgung übernehmen, müssen große Speicher für Elektrizität die häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage puffern. Bisher stützt sich die Wirtschaft da vor allem auf sogenannte Pumpspeicherwerke. Im Grunde handelt es sich dabei um Stauseen, in die überschüssiger Strom zum Beispiel in der Nacht Wasser pumpt, wenn Kohlekraftwerke weiter Strom liefern, aber die Verbraucher schlafen. Wird dann tagsüber mehr Strom benötigt, als die normalen Kraftwerke liefern, schießt das Wasser wieder in die Tiefe und treibt über Turbinen Generatoren an. Diese liefern knapp 80 Prozent der Elektrizität, die vorher zum Hochpumpen des Wassers eingesetzt wurde. Allein in Deutschland gibt es 33 solcher großen Pumpspeicherwerke, die mit mehr als 6600 Megawatt die Leistung von fünf großen Kernkraftwerken haben.
Zwei große Vorteile hat die Methode, Elektrizität als hochgepumptes Wasser zu speichern: Der Wirkungsgrad von knapp 80 Prozent wieder gewonnener Energie ist hervorragend und Pumpspeicherwerke können innerhalb von Minuten volle Leistung bringen. Andererseits hängt die Speicherkapazität vor allem von der gespeicherten Wassermenge und dem Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und Turbine ab. Mangels größerer Höhenunterschiede fallen Pumpspeicherwerke daher im größten Teil der norddeutschen Tiefebene im Wortsinn flach. Aber auch in den Mittel- und Hochgebirgsregionen Europas sind die Möglichkeiten ziemlich ausgereizt, weil an den guten Standorten längst Speicherkraftwerke gebaut wurden. Obendrein zerstört jeder neue Stausee Natur und Kultur unter seinem Wasserspiegel, neue Anlagen dürften also kaum dazu kommen.
Die vorhandenen Pumpspeicherwerke in Deutschland aber sind mit dem Ausgleichen der Nachfrageschwankungen bei annähernd gleichbleibender Stromproduktion aus Kohlekraftwerken bereits ausgelastet. Zusätzliche Speichermöglichkeiten für Wind – und Solarenergie könnten daher nur bestehende Kraftwerke zum Beispiel in Norwegen bieten. Bezahlen könnte man diese Leistung dann mit Strom aus Windparks.
DEZENTRALE SPEICHER UND INTELLIGENTES NETZ
Heute und wohl auch in einiger Zukunft sind Akkumulatoren einfach zu teuer, um in ihnen momentan überschüssigen Strom für eine spätere Verwendung zu speichern. Zumindest gilt das für Akkus, die eigens für diesen Zweck angeschafft werden.
Ganz anders sieht die Situation aus, wenn Akkumulatoren ohnehin da sind, weil sie zum Beispiel den Strom für den Elektroantrieb eines Autos speichern. Fahren erst einmal ein paar Millionen solcher Elektromobile auf den Straßen eines Landes, können deren Akkus nachts in der Garage geladen werden, wenn Windkraftwerke mehr Strom liefern, als momentan gebraucht wird. Am Morgen fährt der Besitzer dann mit dem Elektromobil zur Arbeit und stellt es auf einem Parkplatz mit Stromanschluss ab. Tagsüber speisen die Autobatterien dann in Spitzenzeiten oder eben bei Flauten den dringend benötigten Strom ins Netz. Damit für die Fahrt nach der Arbeit nach Hause noch genug Saft in der Batterie ist, kann ein minimaler Ladezustand eingestellt werden, der nicht unterschritten werden darf.
Weil die teuren Akkus durch häufigeres Laden und Entladen auch schneller altern, erhalten die Teilnehmer an einem solchen Verbund einen kräftigen Rabatt auf den Strompreis. Erste Studien für diesen Verbund laufen bereits. Bis genug Elektromobile auf den Straßen rollen, können zum Beispiel auch Wärmepumpen oder Waschmaschinen und Trockner so gesteuert werden, dass sie vor allem in Schwachlastzeiten Strom ziehen, in Spitzenzeiten könnten dann Blockheizkraftwerke in Mehrfamilienhäusern zusätzliche Elektrizität liefern.
Diese Idee ist gar nicht so neu: Schon vor Jahrzehnten boten Stromversorger an, in Zeiten mit niedrigem Verbrauch weniger für die Kilowattstunde zu bezahlen. Allerdings wurden die Zeiten vorher zum Beispiel auf 22 bis sechs Uhr starr festgelegt, zu denen eine Zeitschaltuhr dann die Nachtspeicherheizung oder die Waschmaschine in Betrieb nahm. Im Zeitalter der preiswerten Kleinstelektronik können die Versorger dagegen ein intelligentes Stromnetz entwickeln, das solche Verbraucher flexibel steuert. Dieses „Smart Grid“ kann dann auch berücksichtigen, wenn ein vielbeachtetes Fußballspiel in die Verlängerung geht oder eine Gewitterfront die Wochenendausflüge vorzeitig beendet.
WASSERSTOFF
Im Prinzip könnte man mit überschüssigem Strom auch Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Die Lagerung des extrem flüchtigen Wasserstoffs ist allerdings schwierig: Entweder er wird verflüssigt oder unter Druck gelagert. Beides kostet Energie. Soll er wieder Strom liefern, wird der Wasserstoff in Brennstoffzellen mit dem Sauerstoff der Luft wieder zu Wasser umgesetzt. Mickrige 25 Prozent Wirkungsgrad bringt diese Methode am Ende – ein effektiver Stromspeicher sollte anders aussehen.
Besser wäre es da sicherlich, den überschüssigen Strom zwar zur Wasserstoffproduktion einzusetzen. Dieses energiereiche Gas aber sollte dann nicht wieder verstromt werden, sondern könnte über Brennstoffzellen oder Wasserstoffmotoren Autos und Schiffe antreiben und klimaschädliches Benzin oder Diesel ersetzen. Solche Fahrzeuge laufen längst im Probebetrieb. Obendrein könnte man überschüssigen Windstrom auch zur Produktion von Methanol einsetzen. Diese Flüssigkeit kann ebenfalls Verbrennungsmotoren antreiben, lässt sich aber erheblich einfacher als Wasserstoff handhaben.
13 Exajoule, eine Zahl mit 18 Nullen: Dies ist die gesamte Energiemenge, die Deutschland im Jahr benötigt, um Wohnungen zu heizen, Dienstleistungen anzubieten, Produkte herzustellen sowie Waren und Menschen zu transportieren. Umgerechnet entspricht das 14 Litern Benzin oder 16 Kilogramm Kohle, die für jeden von uns jeden Tag mehr oder weniger effizient in Wärme und Elektrizität umgewandelt werden, und in Kohlendioxid – mit den bekannten Effekten auf das Klima und den Verbrauch knapper Ressourcen.

Unter Strom. Umweltverträglich, bezahlbar und zuverlässig. Die Erwartungen an die Energiesysteme der Zukunft sind hoch. - Foto: ddp
Die Erwartungen an die nachhaltigen Energiesysteme der Zukunft sind hoch. Der Verbraucher will Energie, die umweltverträglich ist. Sie soll wirtschaftlich und bezahlbar sein. Und schließlich muss die Versorgung stets gewährleistet sein, sobald der Lichtschalter zuhause betätigt wird. So stellt auch die Bundesregierung eine „umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ ins Zentrum ihres aktuellen Energiekonzepts. In diesem Spannungsfeld müssen Forschung, Industrie und Politik ihre jeweiligen Rollen annehmen, wenn sie den Herausforderungen der laut Energiekonzept „tief greifenden Modernisierung der Energiewirtschaft“ im Übergang in das „Zeitalter der erneuerbaren Energien“ begegnen wollen…
Der in Schleswig-Holstein künftig noch stärker anfallende Überschuss an Windenergie kann aus heutiger Sicht wegen fehlender Speicher und zu geringer Netzkapazitäten nicht genutzt werden. Aber mit einer Umwandlung in Wasserstoff und dessen anschließender Speicherung könnte die überschüssige Energie bald für Anwendungen im Verkehr und der Industrie vor allem in Hamburg eingesetzt werden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH aus München. Sie war gemeinsam von der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, der Stadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben worden. “Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir setzen bisher ungenutzte regenerative Energie in sinnvollen Prozessen ein und tragen gleichzeitig zur Stabilität der Energienetze bei”, sagte Nikolaus W. Schües, der Vorsitzende der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, gestern bei der Vorstellung der Studie.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) wies dabei auf die Bedeutung der Windenergie nicht nur für das nördliche Bundesland, sondern auch für die kürzlich vorgelegten Energieplanungen der Bundesregierung hin. “Die geplanten Offshore-Windparks und das Repowering der Windkraftanlagen an Land sichern uns in Deutschland die beste Stromernte. Mit der Wasserstoffspeicherung entlasten wir auch die Stromnetze. Wir leisten damit im Norden einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung des Energiekonzeptes der Bundesregierung”, sagte de Jager, der damit auch auf die Glättung des regenerativen Stromaufkommens setzt.
Gutachter Uwe Albrecht von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik kommt in der Studie zu folgenden Ergebnissen: In Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es mittelfristig ein Nachfragepotenzial für erneuerbaren Wasserstoff in Industrie und Verkehr von rund 320 Millionen Normkubikmeter (Nm³). Dieses kann künftig vorrangig durch Überschussstrom aus Windkraft gedeckt werden. Sogar Exporte für Verkehrsprojekte außerhalb der Region sind möglich.
Mit der Nutzung von Wind-Wasserstoff, so die Studie weiter, können jährlich 320 000 Tonnen CO2 eingespart werden. Und: Die Region Hamburg und Schleswig-Holstein “verbinden auf optimale Weise ein hohes Windaufkommen, eine wachsende Wasserstoffnachfrage und die Verfügbarkeit von Salzstöcken für Kavernenspeicherung”. Auch bei der Integration von Strom aus erneuerbaren Quellen in das Energiegesamtsystem und der Netzoptimierung könne Wasserstoff als Speicher beitragen. Die großtechnische Produktion von Wasserstoff – mithilfe der Elektrolyse – und Speicherung in vorhandenen Salzkavernen habe als einzige Technologie genügend Potenzial, um saisonale Netzschwankungen auszugleichen.
Die Gutachter empfehlen die gemeinsame Erstellung eines “Umsetzungsplans” durch die regionale Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Erste praktische Schritte seien dabei technische Erprobungen in Pilotprojekten. Ergänzend sollte der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft durch die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen und Anreizen wie bei den erneuerbaren Energien flankiert werden.
In der anschließenden Podiumsdiskussion zeigten die Industrievertreter Lutz Bandusch, Geschäftsführer von ArcelorMittal, und der Geschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie Nord, Jochen Wilkens, auf, wie Wasserstoff in industriellen Prozessen genutzt werden kann.
Seitens der Energiewirtschaft unterstrich der künftige Generalbevollmächtigte von Vattenfall Europe in Hamburg, Pieter Wasmuth, die Potenziale der erneuerbaren Energien im künftigen Energiemix. Dabei spiele Wasserstoff als Energieträger eine wichtige Rolle. Der Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur (dena), Stephan Kohler, zeigte die Möglichkeiten des Netzausbaus und der Schaffung von Speichern auf, die aus dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Norddeutschland resultiere.
Die Zunahme erneuerbarer Energien erfordert den Umbau des Stromnetzes. Benötigt werden “intelligente” Komponenten…
Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket für die Einführung und Verbreitung “schneller und ultraschneller Breitbanddienste” verabschiedet. Es enthält unter anderem eine Verpflichtung für nationale Regulierungsbehörden, Wettbewerbern unter angemessenen Umständen den Zugang zu Glasfasernetzen der eingesessenen Betreiber zu öffnen. Die Empfehlung zu “Next Generation Access” (NGA) sieht vor, dass die Regulierer dabei mit einem Mix aus klassischen Auflagen und zusätzlichen Anreizen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Investitionen und der Wahrung des Wettbewerbs sorgen. Damit sollen Marktteilnehmer rechtssicherer arbeiten können…
Die Überwachung des eigenen Stromverbrauchs in Echtzeit mit so genannten Smart Metern veranlasst Verbraucher nicht dauerhaft zum Energiesparen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Delft über 15 Monate.
Die Wissenschaftler haben die Ergebnisse der Studie jetzt in einem Artikel in der Fachzeitschrift „Building Research and Information“ veröffentlicht. Demnach betrug die durchschnittliche Energie-Einsparung pro Haushalt in den ersten vier Monaten 7,8 Prozent. Diese Einsparung ließ sich im Schnitt nicht aufrechterhalten. Einzelne, offenbar besonders motivierte Nutzer konnten allerdings – auch dauerhaft – erheblich mehr Energie einsparen. Dieser Effekt wurde jedoch im statistischen Mittel durch Haushalte kompensiert, die mit Smart Meter mehr Energie verbrauchten als vorher.
Die statistische Basis für die Erhebung ist zudem relativ klein: Ursprünglich hatten sich 304 Freiwillige an dem Test beteiligt, von denen allerdings nur 264 bis zum Ende durchhielten. An der Langzeitauswertung beteiligten sich dann nur noch 26 Haushalte, die den Energie-Monitor weiterverwendeten, und 28 Referenzhaushalte, die zuvor an der viermonatigen Pilotstudie teilgenommen hatten.
Für die Forscher ergibt sich aus der Studie jedoch keineswegs die Nutzlosigkeit von Smart Metern. Sie plädieren vielmehr dafür, genau zu untersuchen, welche Design-Faktoren eine dauerhafte Veränderung im Kundenverhalten besonders begünstigen. Zudem müsse man diskutieren, ob ein automatisiertes Energiemanagement dem Effekt einer schleichenden Gewöhnung nicht entgegenwirken könne.
Telekom gibt Startschuss in neue Geschäftsfelder (bei Handelsblatt.com am 07.09.2010 veröffentlicht)
Die Deutsche Telekom will das vernetzte Leben und Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft zu einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld machen.
Die Deutsche Telekom will das vernetzte Leben und Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft zu einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld machen. Danach sollen unter anderem der Aufbau von intelligenten Stromnetzen, die Aufrüstung von Autos mit modernster Kommunikations- und Navigationstechnik sowie die Vernetzung des Gesundheitswesens die Konzernkasse klingeln lassen. Den Startschuss in die neuen Geschäftsfelder gab Vorstandschef René Obermann am Dienstag in Bonn.
Bis 2015 werde die Sparte intelligente Netzlösungen mindestens einen Umsatz von 1 Milliarde Euro bringen, prophezeite der Telekom – Chef. Langfristig soll der Bereich ein zentrales Standbein des Unternehmens werden. Die Telekom werde weiterhin ein Telekommunikationskonzern sein: “Netze und Dienste bleiben im Zentrum unserer Aktivitäten”, unterstrich Obermann….
Smarte Zähler – Hilfe beim Stromsparen (bei Handelsblatt.com am 04.09.2010 veröffentlicht)
Miele läutet auf der Ifa ein neues Zeitalter in der Hausgerätetechnik ein: Das Familienunternehmen aus Ostwestfalen stellt in Berlin erstmals eine Waschmaschine und einen Trockner vor, die intelligente Stromsysteme, sogenannte Smart Grids, nutzen können.
„Smart“, also „schlau“, sind die Leitungen, weil sie – der Digitalisierung sei Dank – neben dem Strom auch Informationen transportieren. Zum Beispiel über den aktuellen Strompreis, der künftig je nach Tageszeit und Auslastung variiert.
Die Waschmaschine oder auch der Trockner von Miele können diese Signale empfangen – und somit beispielsweise morgens beladen werden. Erst einmal passiert dann vermutlich nichts, schließlich wird zu dieser Tageszeit in aller Regel viel Strom nachgefragt. Dazu kommt: Die Solaranlagen der Republik produzieren ebenfalls noch keinen Strom, und der Wind bläst noch nicht so stark…
Energiekonzept der Bundesregierung – Entwurf BMWi/BMU vom 07.09.2010
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) haben am 6. September 2010 einen Entwurf für das Energiekonzept der Bundesregierung vorgestellt. Es beschreibt die Strategie für die künftige Energieversorgung Deutschlands
bis zum Jahre 2050 und legt Etappen für einzelne Klimaschutzziele fest.
Es werden neun wichtige Handlungsfelder für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung festgelegt:
- A. Erneuerbare Energien als eine tragende Säule zukünftiger Energieversorgung
B. Schlüsselfrage Energieeffizienz
C. Kernenergie und fossile Kraftwerke
D. Leistungsfähige Netzinfrastruktur für Strom und Integration erneuerbarer Energien
E. Energetische Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen
F. Herausforderung Mobilität
G. Energieforschung für Innovationen und neue Technologien
H. Energieversorgung im europäischen und internationalen Kontext
I. Akzeptanz und Transparenz.
Das Konzept beinhaltet u.a. ausgewählte Finanzierungs- und Fördermaßnahmen. Die endgültige Fassung des Energiekonzepts soll voraussichtlich am 28. September 2010 im Kabinett verabschiedet werden.
E.on fördert Entwicklung von Smart Home (bei energiespektrum.de am 07.09.2010 veröffentlicht)
.on Metering und BSH Bosch und Siemens Hausgeräte kooperieren bei der Entwicklung von Lösungen für die intelligente Stromversorgung und für mehr Energieintelligenz in Haushalten. Im Zuge dieser Zusammenarbeit starten die beiden Unternehmen noch in diesem Jahr eine Feldstudie.
In rund 100 Haushalten in Süddeutschland soll untersucht werden, ob und unter welchen Umständen Kunden bereit sind, die Nutzung ausgewählter Hausgeräte an unterschiedliche Stromtarife anzupassen. Mit den daraus gewonnenen Daten soll unter anderem ermittelt werden, welche Informationen und Dienstleistungen Energieunternehmen künftig im Rahmen eines intelligenten Stromnetzes anbieten sollten.
Intelligente “Weiße Ware” auf der IFA (am 06.09.2010 auf ntv.de veröffentlicht)
Ein strahlendes Heim, wer wünscht sich das nicht. Auf der IFA gibt es die Neuerungen rund um den Haushalt. Die so genannte “Weiße Ware”, klingt ein wenig angestaubt, aber die Hersteller lassen sich einiges einfallen, damit der Haushalt der Zukunft alles andere als langweilig wird. Das vielversprechende Schlagwort heißt “Smart Grid”.
Vernetztes Wohnen und Leben bedeutet, dank internetfähiger Geräte die volle Kontrolle über sein Heim zu haben. Die IFA zeigt virtuell, was alles denkbar ist: Dass sich Haushaltsgeräte eigenständig den günstigsten Stromtarif aussuchen, ist nur eine der zahlreichen Möglichkeiten.
Stadtwerk der Zukunft zum Thema Elektromobilität
Eine Million Elektrofahrzeuge sollen 2020 ein normaler Teil des Straßenbildes sein, dies will die Bundesregierung mit ihrem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ erreichen. Ohne passende Infrastruktur und integrierte Mobilitätskonzepte haben Elektroautos allerdings keine Chance. Deshalb bedarf es einer Allianz unterschiedlicher Branchen und Akteure: Politik, Autoindustrie, Komponentenhersteller,
Verkehrsanbieter, IT-Industrie und andere müssen zusammenwirken.
Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Städte und Gemeinden sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen und kommunalen Energieversorger. Elektromobilität, die weit mehr umfassen soll als nur mit einem Elektromotor ausgestattete Pkw, findet nämlich vor Ort statt. Sie braucht Städte und Gemeinden sowie ihre Stadtwerke und Betriebe, um Wirklichkeit zu werden….
Vernetzung im Haus: Höchstmaß an Komfort (bei Handelsblatt.com am 02.09.2010 veröffentlicht)
Aus Kostengründen investierten bisher nur wenige Hausbauer in die Installation von vernetzten elektronischen Geräten. Bald könnte diese Ausrüstung allerdings billiger werden – dank Herstellern von Hausgeräten. Die Heimvernetzung könnte zu einem Milliardenmarkt werden.
Wenn es nach der Elektrobranche ginge, könnten Computertechnik und Elektronik schon lange für mehr Komfort zu Hause sorgen: Wenn die Sonne scheint, fahren Jalousien automatisch herunter, der Strom schaltet sich aus, sobald man die Wohnung verlässt. Und wenn man spät abends zurückkommt, reicht ein Tastendruck, und die Räume sind so erleuchtet, als wäre man gar nicht weg gewesen.
Die Vernetzung der elektronischen Geräte in der Wohnung wird seit Jahren in Hochglanz-Broschüren angepriesen. Bislang aber investieren nur wenige technikverliebte Häuslebauer. Der Grund: Noch ist die Installation teuer und aufwendig. Mit einigen Tausend Euro müssen Besitzer eines kleinen Einfamilienhauses schon noch rechnen.
Toaster vom Computer aus steuern:
Das könnte sich bald ändern. Die Hersteller wollen ihre Hausgeräte künftig mit einer Kommunikationsschnittstelle ausrüsten. „Jede Kaffeemaschine, jeder Toaster und jede Hifi-Anlage werden eine eigene Internetadresse bekommen“, sagt Bitkom-Experte Michael Schidlack. Kommt die Technik in die Wohnung, dann wird sie automatisch erkannt, in das Heimnetzwerk integriert und lässt sich von jedem PC aus ansteuern.
Der Branchenverband erwartet, dass die Heimvernetzung in Deutschland in den nächsten Jahren zu einem Milliardenmarkt wird. „Die technische Basis für die Vernetzung der Geräte ist schon heute in vielen Haushalten vorhanden“, so Schidlack. Funknetze wie WLan oder Powerlinetechnik, mit der Daten über die Stromleitung übertragen werden können, verknüpfen PCs in den Wohnungen mit dem Internet.
Unternehmen drängen in den Markt:
Kein Wunder also, dass sich Firmen unterschiedlicher Branchen in Position bringen, um von dem wachsenden Markt zu profitieren. So testet beispielsweise die Deutsche Telekom ihr Hausnetz aus Mobilfunk und Internet in der sogenannten „T-City“ Friedrichshafen. Und der Energieversorger RWE will Ende des Jahres mit seiner Tochter RWE Effizienz eine Funklösung auf den Markt bringen, mit der Nutzer neben Heizung, Beleuchtung und Klimatisierung auch unterschiedlichste Hausgeräte bis hin zu Bewegungsmeldern und Rasensprengern ansteuern können.
Die flexible Hausautomatisierungslösung soll deutlich unter 1 000 Euro kosten. Damit wäre die Technik erstmals auch für normale Haushalte interessant. Die Technik entwickelt das Unternehmen mit Partnern: Softwarekonzern Microsoft liefert die Steuersoftware, und der Hersteller von Elektronikbauteilen, die ELV/eQ-3 aus Leer, bringt sein Komponenten-Know-how ein und produziert die Geräte.
FOM-Absolventen setzen auf smarte Energie (bei fom.de am 23.08.2010 veröffentlicht)
Christian Schäfer und Oliver Schaloske haben an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Berlin Wirtschaftsinformatik studiert. Ihre wissenschaftliche Arbeit haben sie zum Themenbereich Smart Energy verfasst. Ein Gespräch über intelligente Stromnetze und effiziente Energieeinsparung.
Studie – Jeder zweite Energieversorger erwartet, dass intelligente Stromnetze die Strukturen in der Branche fundamental verändern werden. Sorge bereitet den Versorgern vor allem der Markteintritt branchenfremder Unternehmen.
Drei von vier Versorgern erwarten, dass mit Fortschritten bei Smart Metering und Smart Grid branchenfremde Unternehmen aus dem In- und Ausland den deutschen Energiemarkt für sich entdecken werden. Entsprechend hat die Verteidigung des Marktes Priorität: 43% der Versorger wollen kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um den neuen Konkurrenten entgegenzutreten. Das ist das Ergebnis der Studie ›Branchenkompass 2010 Energieversorger‹ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.- Institut…
Konzernen fehlen die Vorgaben für den Netzumbau (bei Handelsblatt.com am 19.08.2010 veröffentlicht)
Es kostet mehr als 400 Milliarden Euro, die Leitungsnetze an die künftigen Erfordernisse der Stromerzeugung anzupassen. Doch so lange die Bundesregierung kein Energiekonzept vorlegt, scheuen die Konzerne vor Investitionen zurück…
Kampf der Giganten um die Netze der Zukunft (bei Handelsblatt.com am 18.08.2010 veröffentlicht)
Energieversorger und Telekommunikationskonzerne werden zu Konkurrenten in einem neuen, milliardenschweren Markt: Intelligente Netze – Smart Grids genannt – sollen das Internet mit der Stromversorgung verbinden. Die Telekom will profitieren – RWE & Co. auch.
Hinter dem schlichten Satz verbirgt sich eine Kampfansage. “Der Zukunftsmarkt Energie ist ein wichtiger Teil der neuen Strategie der Deutschen Telekom”, sagt Vorstandsmitglied Reinhard Clemens dem Handelsblatt…
EU-Strommarkt lässt auf sich warten (bei Handelsblatt.com am 17.08.2010 veröffentlicht)
Die Leitungsnetze sind noch weitgehend national abgeschottet. Insbesondere Großbritannien, Irland, Italien und Spanien hätten ihre Elektrizitätsnetze kaum für Lieferanten aus anderen EU-Staaten geöffnet, moniert EU-Energiekommissar Günther Oettinger. In Deutschland soll das Kartellamt die Großhandelspreise unter die Lupe nehmen…
Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Nobuo Tanaka, hat gestern Nachmittag im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die neuen “Energy Technology Perspectives 2010 (ETP)” der IEA vorgestellt. Die Studie gibt Antworten auf die Frage, wie technologischer Fortschritt und Innovation den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung beschleunigen können.
Eine zentrale Aussage der Studie lautet, dass sich eine Dekarbonisierung der Stromerzeugung nur erreichen lässt, wenn alle Technologien genutzt werden – Erneuerbare Energien ebenso wie Kernkraft und die Nutzung von Technologien zur Abtrennung und Speicherung von CO2 (CCS)…





It’s very good, I like it. Thanks very much.
We do not understand what to express. This website is actually fantastic. That is not really critically the actually substantial statement, but its all I could come up with following reading this. You know a lot relating to this subject matter. A whole lot in order that a person created me personally would like to learn a little more about this. Your website is my personal stepping-stone, my personal pal. Thanks for your heads up on this topic.
Superb weblog! I truly adore how it is easy upon my personal eye balls and also the information are very well written. I am asking yourself how i may be informed each time a new post has been manufactured. I’ve subscribed for your feed that ought to have the desired effect! Possess a good day!
Danke sehr an den Autor.
Gruss Daniela
Once and for all an outstanding writing regarding the topic, keep up the great work and thus I hope to learn much more of
Well I definitely enjoyed studying it. This subject offered by you is very effective for proper planning.
Great blog Really I had pleasure reading it. I am asking myself how I might be contacted Whenever there is new content. I have subscribed to your rss feed thanks!
I have been exploring for a bit for any high quality articles or weblog posts in this sort of area . Exploring in Yahoo I eventually stumbled upon this site. Reading this information So i am happy to express that I have a very good uncanny feeling I discovered exactly what I needed. I most surely will make certain to don’t fail to remember this website and give it a glance a continuing.
I like the helpful information you provide in your articles. I will bookmark your weblog and check again right here regularly. I’m fairly certain I’ll be told many new stuff right right here! Good luck for the next!
I must bookmark this site for sure!
Hi, this blog is very usefull and i like this blog so much.i’ll share this blog on my facebook page.
Wonderful Publish, Thank you
Hello this is amazing site! really cool and it will be a new inspirations for me
[...]below you’ll find the link to some sites that we think you should visit[...]…
[...]here are some links to sites that we link to because we think they are worth visiting[...]…
Took me time to read all the comments, but I really enjoyed the article. It proved to be Very helpful to me and I am sure to all the commenters here It’s always nice when you can not only be informed, but also entertained I’m sure you had fun writing this article.
Howdy!
I got your blogpost linked and I must say it’s totally stunning.
Thanks a lot for your article!
Bookmarked your website
Goodbye!
Excellent material – Thanks for posting that advice, I think that it largely answers my question.
I wanted to thank you for this great read!! I definitely enjoying every little bit of it smile I have you bookmarked to check out new stuff you post.
[...] We’re a group of volunteers and opening a new scheme in our community. Your site provided us with valuable info to work on. You have done an impressive job and our whole community will be thankful to you. [...]
Just needed to say th is weblog is in my greatest weblog list on #46.
Really great info, exactly what i needed Thanks!
This is obviously one great post. Thanks for the valuable information and insights you have so provided here
I entirely agree and I just wished to say that I seriously like your weblog. Is it WordPress based?
Great post I accept as true with your leading points and assume the title says it all, I enjoyed browseing and that I can surely come from time to time to read additional of your writing. sustain the nice work